Vortragsreihe 2009

 

03.12.2009

Am vergangenen Montag, den 30. November 2009 fand der 2. Landfrauentag im Europa-Park statt! Marianne Mack, seit September letzten Jahres selbst Mitglied des Landfrauenverbands, zeigte sich begeistert vom regen Zuspruch. „Ich freue mich sehr, dass über 300 Landfrauen aus ganz Südbaden meiner Einladung gefolgt sind – und das aus zweierlei Gründen! Erstens wird mit dem Erlös dieser Veranstaltung über den von mir geleiteten Förderverein Santa Isabel e. V. – Neue Perspektiven – auch einem Mitglied des Landfrauenverbands geholfen und zweitens ist es einfach wunderbar, gerade den schwer arbeitenden Landfrauen einen besonderen Tag zu bieten“, so Marianne Mack.

Ein besonderes Highlight für die Besucherinnen war der Vortrag der Schweizer Buchautorin Beatrix Böni, die im Ballsaal „Berlin“ mit viel Witz und Charme zum Thema „Humor ist die beste Medizin“ referierte und die Zuhörerinnen nicht nur einmal herzhaft zum Lachen brachte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten die Gäste den winterlich dekorierten Europa-Park und ließen sich dabei auch von den aufwändig inszenierten Wintershows mitreißen, bevor sie den Tag auf dem Weihnachtsmarkt in der Deutschen Allee ausklingen ließen.

Der Abschied war herzlich und Marianne Mack freute sich darüber, dass die Teilnehmerinnen schon jetzt ihren nächsten Besuch angekündigt haben. Ganz besonders freute sie sich auch über die tatkräftige Unterstützung von EDEKA Südwest und Jacobs Kaffee, denn so konnten über 10.000 € beim Landfrauentag gesammelt werden. Eines der Kernziele des Landfrauenverbands Südbaden ist die Verbesserung der Situation von Frauen und Familien. Daher werden 3.000 € bewusst an ein Mitglied des Landfrauenverbands Südbaden gespendet, deren 13jähriger Sohn aufgrund einer seltenen Muskelkrankheit an den Rollstuhl gefesselt und ganztägig auf Betreuung angewiesen ist.

Über 300 Landfrauen schon zum 2. Mal im Europa-Park
Humor für den guten Zweck - über 10.000 € für

den Förderverein Santa Isabel e. V.

 

23.11.2009

Es ist die Traumhochzeit schlechthin. Weltweit sehen 750 Millionen Menschen zu, wie Prinz Charles im Juli 1981 Diana Spencer heiratet. Es ist ein Traumpaar – auch wenn Diana ziemlich hübsch und blutjung und Prinz Charles eher das Gegenteil und 12 Jahre älter ist. Auch in ihrem Wesen sind sie ziemlich unterschiedlich. Aber Gegensätze ziehen sich doch an – oder? Am 8. April 2005 heiratet Prinz Charles zum zweiten Mal. Seine Frau Camilla Parker-Bowles ist seine langjährige Geliebte und wirklich keine Schönheit. Dafür ist sie im gleichen Alter und hat ebenfalls eine gescheiterte Ehe hinter sich. Beide haben zwei Kinder groß gezogen, einen ziemlich seltsamen Humor und den gleichen Bildungsstand. Nur 15.000 Menschen stehen auf der Straße und winken ihnen zu. Charles und Camilla sind bis heute kein Traumpaar – auch wenn sie um die Wette strahlen und einen äußerst glücklichen Eindruck machen. Kein Wunder: Gleich und Gleich gesellt sich gern – oder?

Dr. Mathias Jung, Psychotherapeut und Philosoph am Gesundheitszentrum Dr. Max-Otto-Bruker-Haus in Lahnstein könnte jetzt die Antwort geben. Sein Vortrag im Europa-Park am 3. Dezember (siehe Info-Kasten) handelt genau davon - von der Schwierigkeit, den richtigen Partner zu finden. Titel: Das Geheimnis der Partnerwahl (sein passendes Buch zum Thema: “Das Geheimnis der Partnerwahl – wie wir uns suchen und finden. Vom Glück und Scheitern in der Liebe“ (ISBN 978-3-89189-173-5). Und von dem, was uns unbewusst beeinflusst, wenn wir unserem vermeintlichen Traumpartner begegnen, der dann oft genug nach ein paar Jahren auf einmal zum Albtraum wird.

Denn in deutschen Beziehungskisten kriselt es gewaltig. Jede zweite Ehe wird geschieden. Die Zahl der 60- bis 65-jährigen und selbst die der über 70-jährigen, die sich in diesem Alter nicht davor scheuen, nach jahrzehntelanger Verbindung getrennte Wege zu gehen, hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ganz zu schweigen von den Trennungen der 2,4 Millionen unverheirateter heterosexueller sowie der homosexuellen Paare, die gar nicht erfasst werden. Keine Frage: Die Ehe ist eine Krisenbranche geworden.

Auf der anderen Seite leben in Deutschland derzeit sechzehn Millionen Singles, schreibt Mathias Jung. Und wenn Sie gutes Geld verdienen wollen, wäre eine Partnerschaftsvermittlung eine Idee. Fast jeder zweite Single ist inzwischen in einer Kontaktbörse oder Partnerschaftsvermittlung im Internet registriert und sucht digital nach der mehr oder weniger großen Liebe. „Früher spendierte der Kavalier seiner Herzensdame einen Drink an der Bar, heute meldet er sich in einem Chatroom an und tauscht dort persönlichste Dinge aus“, sagt der Psychologe. Unerschöpflich scheint das Angebot und eigentlich dürfte es kein Problem sein, aus dieser Fülle den Traumpartner zu finden. Doch die Geschichte hat auch ihre Schattenseiten: „Die Anonymität des Suchenden lässt nicht nur den Schüchternen mutig werden, sie beseitigt auch Hemmungen und natürliche Schamgrenzen und zeigt zusätzlich nur die Schokoladenseite“, sagt Mathias Jung.

Nach Glück und Erfüllung in der Liebe sehnen sich Frauen und Männer heute wohl noch mehr als früher. Doch wer und was sich in der Liebe findet, das ist geheimnisvoll, grandios, tragisch, bewegend und magisch, facettenreich und untergründlich. Und hier setzt Mathias Jung an. Er versucht, eine Schneise in den Dschungel verborgener Liebesmotivationen zu schlagen, um den Blick für unsere eigene Liebesbeziehung zu schärfen, um zu begreifen, warum es so ist wie es ist und vielleicht schon dadurch etwas zu verändern.

Wir als Eltern legen schon den Grundstein für die Partner, die sich unsere Kinder einmal wählen, denn es hat seinen Grund, wenn sie uns ähneln oder genau das Gegenteil sind. Gefahrlose Liebe gibt es nicht. „Die fast unlösbare, spannungsvolle Aufgabe ist es, mit dem/der Geliebten zusammen zu sein und dennoch man selbst zu bleiben“, Dr. Mathias Jung führt uns an seelische Abgründe, zu Kompensationsmechanismen, kindlichen Defiziten und Heilungsversuchen unserer Tiefenpersönlichkeit. Sein Vortrag, der auch gleichzeitig ehrenamtliches Engagement ist (siehe Infokosten), gibt Gelegenheit, uns über Chancen und Gefährdungen unserer Liebe bewusst zu werden. Erst dann können wir gemeinsam reifen. Warten Sie nicht zu lange und ergreifen Sie die Gelegenheit den bekannten Psychologen live zu erleben, denn: „Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn“(Friedrich Nietzsche).

 

Der Vortrag:
Der Vortrag mit Dr. phil. Mathias Jung findet am 3. Dezember ab 19.30 Uhr im Raum „Convento“ / Hotel „Santa Isabel“ statt. Der Eintrittspreis beträgt 10,00 €
Die Einnahmen werden, wie immer im Rahmen der Vortragsreihe „Neue Perspektiven“, die von Marianne Mack, geleitet und von typisch frau-Autorin Barbara Dickmann begleitet wird, über den Förderverein Santa Isabel e. V. – Neue Perspektiven - sinnvoll und unkompliziert Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen weitergeleitet. Alle Beteiligten, auch Dr. Mathias Jung, arbeiten ehrenamtlich. Weitere Informationen und Tickets unter 01805 / 7 88 99 7 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, evtl. abweichende Mobilfunkpreise).

Marianne Macks Vortragsreihe „Neue Perspektiven“
Dr. phil. Mathias Jung: Das Geheimnis der Partnerwahl

 

Seine Beine sitzen im Rollstuhl, doch sein Kopf fliegt -
Felix Bernhard - der Mutmacher im Europa-Park

30.09.2009

Die Rampe nimmt er mit Schwung. Kraftvoll packt er zu und landet genau dort, wo er will. 200 Augenpaare sind auf ihn gerichtet. Der junge, sehr schlanke Mann nimmt Kontakt auf. Von der Bühne herab und im sitzen. Dann lacht er und zeigt auf das erste Bild. Da sitzt er in seinem Rollstuhl, vor ihm ein nicht enden wollender, staubiger, steiniger Weg.

Europa-Park, 24. September, 19.30 Uhr, Hotel Santa Isabel. Im Rahmen der Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ hat Marianne Mack zu einem Vortrag der besonderen Art eingeladen. Das Thema des Abends: Der Jakobsweg - 2.500 km alleine und im Rollstuhl. Der Referent: Felix Bernhard, 35 Jahre jung und mit Handicap. Ab dem 5. Wirbel ist er nach einem schweren Motorradunfall gelähmt und kann nur noch 40 Prozent seiner Muskeln bewusst steuern - doch von denen verlangt er 100 Prozent.
Keine Frage: Es geht um das Pilgern. Um das spirituelle Erleben, um die Natur, die Stille, um Freiheit und um frische Luft, die so ganz anders schmeckt. Es geht um die Bewältigung von Hindernissen, die für Wanderer einen großen Schritt bedeuten, für einen Rollstuhlfahrer aber fast unüberwindlich sind. Mal sind es große Steinbrocken, die ihm an einer engen, von Felswänden begrenzten Stelle den Weg versperren. Dann wieder eine 80 cm hohe Schwelle. In Deutschland würde er jetzt umkehren und diese Stelle meiden wie die Pest. Doch auf dem Jakobsweg gibt es nur eine Richtung. Felix Bernhard hangelt sich aus dem Rollstuhl, setzt sich auf die Schwelle, zieht den Rollstuhl hoch und setzt sich dann wieder hinein. Dann geht es bergab und Felix Bernhard fliegt. Das Leben ist schön....

Die Gesichter der Zuhörer sprechen Bände. Wow, was für eine körperliche Leistung. Doch den Körper zu trainieren, ist nur die halbe Wahrheit. Es geht um „Neue Perspektiven“ für Körper, Seele und Geist. Der Weg hat ein Ziel: Felix Bernhard will Grenzen verschieben, Ängste überwinden und Wunder erleben. Mit im Gepäck ist die Suche nach Antworten auf drängende Fragen, ist eine Last, die er loswerden will. Felix ist allein unterwegs. Keiner seiner Freunde wollte mit. Und doch ist jemand bei ihm. Es ist sein Vater. Erst vor ein paar Monaten qualvoll gestorben, will Felix mit ihm Frieden schließen, einfach klären, was noch zwischen ihnen steht. In den vielen, einsamen Stunden ist reichlich Zeit dazu. Felix macht einen Schritt nach dem anderen. Mit jedem Kilometer klären sich die Dinge - wenn sie nicht gerade wieder durch mühselige Wegstrecken unterbrochen werden, die dann friedliche Gedanken in ziemlich wüste verwandeln.

„In fünf Jahren kann ich wieder laufen, daran habe ich die erste Zeit nach dem Unfall wie Supermann-Darsteller Christopher Reeve fest geglaubt“, sagt Felix. Auch nach 16 Jahren im Rollstuhl ist die Hoffnung noch da und es ist ihm überhaupt nicht egal. Doch sein zweites Ziel, ein selbständiges, unabhängiges Leben zu führen, hat er erreicht. „Das wichtigste ist, die Barriere im Kopf zu überwinden. Heute arbeitet der Rollstuhl für mich und ich komme überall hin, wo ich hin will - auch wenn ich manchmal um Hilfe bitten muss.“ Man muss aktiv damit umgehen, damit ringen und damit wachsen. Reifer werden, größer werden, wachsen wie eine Pflanze! „Die meisten Dinge kann man sich antrainieren. Was mir hilft ist Disziplin und auch mal an die Schmerzgrenze zu gehen, sich zu überwinden und manchmal hart gegen sich selbst zu sein“. Nicht Selbstdarstellung, sondern einfach Mut zu machen, ist seine Mission.

Der Vortrag ist zu Ende. Die Rampe runter ist fast wie fliegen. Die Mission ist erfüllt. Felix Bernhard wird umringt von Menschen, die etwas von seiner Fröhlichkeit, Zuversicht, seiner guten Laune und seinem starken Willen mit nach Hause nehmen möchten. Sie haben verstanden, was er sagen will: „Gehe einfach den nächsten Schritt und mach Dich auf Deinen ureigenen Weg! Heute noch!“

Ehrenamtliches Engagement
Felix Bernhard ist am 15. September ehrenamtlich unterwegs. Für diesen Vortrag erhält er kein Honorar. Mit den Eintrittsgeldern des Abends werden über den Förderverein Santa Isabel e.V. - neue Perspektiven - ein kleiner, schwerstbehinderter Junge und eine junge Frau im Wachkoma unterstützt, die von ihren Familien liebevoll versorgt und gepflegt werden und oft am Ende ihrer physischen, psychischen und finanziellen Kräfte sind. Die weit über die Region bekannte und beliebte Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ unter der Leitung von Marianne Mack und begleitet von ` typisch frau` -Autorin Barbara Dickmann läuft jetzt im fünften Jahr. Von Anfang an wird sinnvoll, schnell, unkompliziert und ohne großes Aufsehen dort geholfen, wo es bitter nötig ist.

 

Noch Fragen?
Mut zu machen, ist seine Mission. Felix Bernhard erreichen Sie unter felix@felixbernhard.de. Er beantwortet gerne Ihre Fragen.

 

Voller Erfolg bei „Neue Perspektiven“
Dagmar Herzog begeisterte mit ihrem Vortrag
„Abnehmen fängt im Kopf an!“

22.06.2009

Es gibt Lebensschicksale, die einfach unbegreiflich sind. Klara B. (der Name wurde geändert), 47 Jahre alt, schildert in einem fünf Seiten langen Brief die schwierigsten Stationen ihres Lebens. Es ist Stoff für einen Roman, für ein Trauerspiel. Doch lesen Sie selbst. Hier einige Auszüge: „Ich sitze hier und weiß nicht, wie und wo ich anfangen soll. Es wird eine Reise werden, die 1982 beginnt und heute endet. 1982 habe ich geheiratet und 1982 wird Christian geboren, 1985 Jan, 1989 Norman, 1992 Sandra. Nach drei Jungen ein Mädchen und ich war überglücklich. Zwölf Stunden nach der Geburt Gehirnblutung, kein Saugreflex, Atemstillstand. Die Diagnose: Sandra ist schwerstbehindert. Heute, mit 16 Jahren, sind ihre Augen durch zu viel Sauerstoff geschädigt, Schwerhörigkeit links, Skoliose. Im April dieses Jahres wird ein Tumor am Auge entfernt. Wie es weitergeht, ist ungewiss.

1997 kommt mein fünftes Kind zur Welt. Selina, eine Tochter - wie schön, alles wird gut. Doch auch Selina wird krank. Diagnose mit einem Jahr: Nierenkrebs. Meine jüngste ist heute 11 Jahre alt. Sie ist hörgeschädigt, kleinwüchsig, hat Bambushaare und sehr trockene Haut. Im letzten Jahr wurde ein Tumor im Kiefer entfernt. Heute leidet meine Kleine unter Panikattacken. Meine Ehe hat das alles nicht ausgehalten, denn meine Geschichte geht noch weiter. Mein ältester ist seit sechs Jahren Diabetiker und vor drei Jahren hat mein zweiter Sohn einen Herzinfarkt knapp überlebt. Von fünf Kindern ist nur Norman, der jetzt 20 Jahre alt ist, gesund. Oder besser gesagt: noch gesund. Denn auch er leidet an Panik- und Angstattacken höchsten Grades. Mit vier schwerstkranken und einem kranken Kind bin ich heute allein - und krank. Seit einem Jahr bin auch ich Diabetikerin. Das wäre ja alles nicht halb so schlimm, wenn das Finanzielle nicht wäre und man das Gefühl bekommt, schuld daran zu sein, wenn Kinder krank zur Welt kommen oder in jungen Jahren krank werden. Die Menschen ziehen sich zurück, als ob wir ansteckend wären. Ich habe versucht zu arbeiten - als Pflegehelferin im Altenheim, damit ich die Fahrten zu den Behandlungen bezahlen kann, musste jetzt aber wieder aufhören. Ich habe das nicht mehr geschafft.....“

Europa-Park, 18. Juni, 19.30 Uhr, Hotel Colosseo, Vortragsreihe „Neue Perspektiven“. Über vierhundert Menschen sind fassungslos. Wie schafft diese Frau das nur? Marianne Mack, die vor über vier Jahren die Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ ins Leben gerufen hat kann diese Frage nicht beantworten. Doch eins sagt sie sehr deutlich: „Hier stehen Menschen, die auf der Sonnenseite leben, einfach in der Pflicht. Die Zuhörer nicken zustimmend. Ehrlichkeit kommt herüber. Sie wissen genau, dass die Eintrittsgelder des heutigen Abends dazu beitragen werden. Denn hier wird kein Geld verdient. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich.

Dagmar Herzog, die Referentin des Abends, legt los. Sie fühlt sich nicht wohl. „So ein Lebensschicksal zieht ja völlig runter“, sagt sie. Fühlen, Gefühle, Emotionen sind ihr Spezialgebiet. Sie hat das HerzogConcept entwickelt. Der Grundgedanke: Durch starke Emotionen sollen Suchtprogramme, die im Gehirn abgespeichert sind, auf Dauer überlagert werden. Doch nicht genug. Durch andere, genauso starke Emotionen werden neue, gesunde Verhaltensmuster programmiert. „Das funktioniert bei allen Süchten“, sagt sie. Raucher werden zu Nichtrauchern, psychische Störungen verschwinden und Dicke werden dauerhaft dünn. Und das ist das Spezialthema des Abends: Schlank werden - schlank bleiben, ohne Diät.
Zugegeben, es sind schon die (oder der) ein oder andere im Zuschauerraum, die (oder der) ein paar Rettungsringe zu viel um die Hüften hat, doch weiß Gott nicht alle. Was mögen die Motive der Dünnen sein?
Dagmar Herzog erzählt ihre eigene Geschichte. „Ich war als Kind schon richtig dick“, was man heute kaum glauben kann. Mit zehn Jahren startet sie ihren ersten, erfolglosen Diätversuch und wird immer dicker. Irgendwann, vor fast dreißig Jahren, macht es „klick“ bei ihr. Dagmar Herzog denkt sich nicht schlank, sie fühlt sich schlank. Bei Schwarzwälder Kirschtorte und Schweinshaxe fühlt sie Ekel, doch bei Mineralwasser und Vollkornbrot fühlt sie Gesundheit, Frische, Wohlbefinden. Wie denn, werden Sie jetzt fragen? Eigentlich ganz einfach! Sie lässt einen Film vor ihrem inneren Auge ablaufen. Beispiel: Eine verdreckte Messi-Wohnung, es riecht nach Müll und Essensresten. Mittendrin ein Mann, ungewaschen, ein schmieriger Löffel steckt in einem Glas mit Schokocreme, er isst... igitt, den Rest der Geschichte möchten wir Ihnen ersparen. Doch haben Sie vielleicht gerade Hunger und sehnen sich nach einem Brot mit Schokocreme?
Wie wäre es damit: Ein Strand mit lauter schlanken Menschen. Sie spüren die warme Luft auf Ihrer Haut, riechen das Meer. Eine schlanke Frau trinkt durstig ein kühles Glas Mineralwasser. Spüren Sie, wie das Wasser durch den Körper rinnt, Sie erfrischt und Sie sich dabei unendlich wohl fühlen... Geben Sie es zu, der Durst auf Bier ist jetzt nicht da, doch Mineralwasser...?
Genau das beinhaltet das HerzogConcept - gefühlter Ekel und danach gefühltes Wohlbefinden. Dagmar Herzog hat diese Methode weiterentwickelt und anwendbar für jeden gemacht, der es nicht alleine schafft (siehe Infokasten). Und damit ist das Thema durch.
Heute Abend fühlen sich alle Zuhörer super gut. Und Klara B., die kranke Mutter von vier schwerstkranken und einem kranken Kind ist sogar richtig glücklich. Denn die Fahrtkosten zu den Kliniken, die nicht übernommen werden, die Brille, die spezielle Schutzbeschichtung für die Zähne und die Kosten für einen Staubsauger werden vom Förderverein „Santa Isabel e. V. - Neue Perspektiven -“ übernommen - und vielleicht ist sogar ein Fahrrad für Selina, ihre 11jährige, krebskranke, kleinwüchsige Tochter drin, das wäre ihr Herzenswunsch.

 

Das HerzogConcept
Das Prinzip ist simpel. Gefühlter Ekel und danach gefühltes Wohlbefinden, also Negativ-Szenen und dann Positiv-Szenen. Nach einem entsprechenden Wochenendseminar sind die gewünschten Gefühle abrufbar durch verschiedene CDs, die Sie mit nach Hause nehmen und jeden Tag ungefähr sechs Minuten hören müssen. Der Rest kommt von ganz allein. Wichtig: Sie können essen, was Sie wollen. Kalorien, Fett, Kohlehydrate sind völlig egal.
„Das funktioniert“, behauptet Dagmar Herzog. Sie müssen nur eins - nämlich durchhalten. Nach zehn Monaten täglicher Ekel- und Wohlfühlszenen sind alte Essmuster gelöscht und durch neue ersetzt, meint Dagmar Herzog. Ein Wochenendseminar kostet zwischen € 450,- und € 640,-, inklusive Nachbetreuung.
Das Max-Planck-Institut ist in Vorbereitung einer wissenschaftlichen Studie vom HerzogConzept gemeinsam mit dem Vorstand der deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (www.dagmarherzog.de).

 

Vortrag mit Prof. Adolf Gallwitz:
Wie schütze ich mein Kind vor Missbrauch?

13.03.2009

Drei kleine Jungen, 5 und 6 Jahre alt, planschen in einem Erlebnisbad. Bald mischt sich ein Erwachsener ein. Er hat die besten Ideen, die tollsten Einfälle. Es hat noch mehr Spaß gemacht. Nicht allzu lange. Plötzlich gehen die Hände des Mannes - am Anfang wie aus Versehen, dann aber immer häufiger und intensiver - da hin, wo sie nichts zu suchen haben: Beim Hochheben rein in die Badehöschen der Kinder. Er befummelt sie so, dass sich die zahlreichen Erwachsenen im Bad darüber empören. Sie stehen zusammen, tuscheln über das Geschehen, sind entrüstet, empört. Sie sehen dann, wie der Mann mit einem der Kinder in einer Umkleidekabine verschwindet. Es kommt dort zu massivem sexuellen Missbrauch des Jungen. Nach einiger Zeit führt er den zweiten Jungen in eine Umkleidekabine. Es kommt zum zweiten Mal zu sexuellen Handlungen. Durch die Aussagen eines Kindes gegenüber seiner Mutter wird der Täter festgenommen. Er hat zur fraglichen Zeit in 5 verschiedenen Bädern insgesamt 13 Jungen massiv sexuell missbraucht und war einschlägig vorbestraft. Hier die Aussagen der Erwachsenen, die dann als Zeugen befragt wurden: „Ich habe mich auch gewundert, dass niemand etwas unternommen hat...“, „Mich selbst ging das ja nichts an...“, „Der Bademeister hätte einschreiten müssen...“, „Ich wollte keinen zu Unrecht verdächtigen..“, „Ich dachte, es wird schon nichts Schlimmes passieren…“. Eine Frage: Was hätten Sie gemacht?

10. März , 19.30 Uhr, Europa-Park, Raum La Scala im Hotel Colosseo. Marianne Mack, Initiatorin der erfolgreichen Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ eröffnet die Veranstaltung: „Unsere Kinder sind das Kostbarste auf der Welt. Wir lieben sie bis zum letzten Atemzug. Wenn es uns durch diesen Vortrag gelingt, nur eine einzige zarte Kinderseele, nur einen einzigen zarten Kinderkörper vor Verletzungen zu bewahren, wäre das einfach wunderbar.“ Ihre Worte werden von über 120 Menschen gehört, die bereit sind, sich einem Thema zu widmen, dass auf den Magen schlägt. Der Referent des Abends: Adolf Gallwitz, Medizin- und Polizeipsychologe, Prodekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät und Professor für Psychologie und Soziologie an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen. Sein Thema: „Wie schütze ich mein Kind vor Missbrauch?“ Adolf Gallwitz schockt: mit Bildern, mit Worten, mit Zahlen.

15.117 Fälle des sexuellen Missbrauchs an Kindern, 1903 von Schutzbefohlenen und 2745 Fälle wegen Besitz oder Verbreitung von Kinderpornografie in 2001. 7 % der Täter waren Kinder, 13 % Jugendliche, 6 % Heranwachsende und 74 % Erwachsene. 92 % der Opfer des vollendeten sexuellen Missbrauchs waren zwischen 6 und 14 Jahren, 74,7 % davon weiblich. Das ist das Hellfeld. Denn sexueller Missbrauch ist ein Tabu-Thema. Welches Kind zeigt den Vater, Onkel, Bruder an, wenn die Familie wegschaut oder gar Druck ausübt? Nein, nein, der Herr Doktor, der Pfarrer, der Erzieher, der Nachbar, der beste Freund tun so etwas nicht. Und letztendlich ist es das Opfer selbst, das völlig traumatisiert oft mit Sprachlosigkeit reagiert.

Wie das Dunkelfeld aussieht, kann man natürlich nicht mit Sicherheit sagen. In Deutschland wird davon ausgegangen, dass jedes 8. Mädchen und jeder 12. Junge mindestens einmal Opfer sexueller Übergriffe mit Körperkontakt wird. Es gibt eben nicht nur den versprengten Einzeltäter, der Kinder aus dem jeweiligen persönlichen Umfeld aufgreift. In unserem Land tummelt sich immer noch eine vielfach gut organisierte Pädophilen- und Päderastenszene, die in ihrem Ausmaß und in der Intensität ihres Handelns weit unterschätzt wird.

Phädophil ist aus dem Griechischen und bedeutet „Kinderliebe“ oder „Kinder lieb haben“, was schon geradezu ein Hohn ist, wenn man daran denkt, dass es den Tätern nicht um uneigennützige Liebe geht, sondern allein darum, die sehr eigennützigen, sexuellen Wünsche zu befriedigen. Phädophile sind Jäger - Kinderjäger. Sie haben Zeit, sie schleichen sich an, schleichen sich ein in das Vertrauen der Kinder, selektieren aus, bevor sie zuschlagen. Ihr Problem ist es nicht, „Grünzeug“ zu bekommen (so nennen sie das Wertvollste, was wir besitzen), ihr Problem ist es, sie wieder los zu werden, wenn sie in die Pubertät kommen. Aus den so „geliebten“ Kindern werden verletzte, schwer traumatisierte Erwachsene, die oft genug in irgendeiner Form weitergeben, was sie erlebt haben. Aus den Opfern werden Täter - und eine Kette beginnt.

Im Saal ist es still - man würde ein Blatt fallen hören. Die Gesichter der Zuhörer sind wie aus Stein gemeißelt. Es folgen Bilder - in schneller Reihenfolge. Süße lachende Kindergesichter! Sie heißen Andrea, Claudia, Sven, Monika, Sabine, Holger, Mandy, Angela, Ulli... Sie sind 10 Jahre alt oder 11 oder 13 oder erst 8 Jahre. Sie sind sexuell missbraucht worden und sie lachen nicht mehr. Sie sind tot oder schon seit Jahren vermisst, was auf das gleiche hinausläuft. Unsere Kinder sind bedroht. Die Gefahr lauert auf der Straße, in der Familie, in der Nachbarschaft und im Internet. Unterschätzen Sie nicht das Netz und seine unendlichen Möglichkeiten - Opferwerdung inklusive. Und vor allen Dingen: Informieren Sie sich, nehmen Sie sich die Zeit. Es gibt keine erfolgreiche Intervention, Prävention und Aufdeckung wenn Sie nicht wissen, wie die Täter vorgehen, welche Strategien sie haben. Erst dann können Sie Ihr Kind schützen. Bleiben Sie im Gespräch. Reden ehrlich, offen, schaffen Sie Vertrauen.

 

Vortragsreihe „Neue Perspektiven“:
200 „Töchter“ bei Claudia Haarmann

27.01.2009

Es geht um die Liebe, um eine besondere Liebe. Mal wird sie vermisst oder ist nicht die richtige. Oft ist sie belastet mit Schuldgefühlen, Ansprüchen, Unverständnis, Sprachlosigkeit, Vorwürfen, Aufopferung und nicht selten der Sehnsucht nach innigerem Kontakt. Es geht um Mütter und Töchter, um das schwierige Miteinander, um dieses „Etwas“, das unaussprechlich zwischen Müttern und Töchtern steht.

Für Claudia Haarmann, freie Hörfunk- und Fernsehjournalistin, Psychotherapeutin (HP) mit Schwerpunkt Traumatherapie und Konfliktbearbeitung, ist diese Mutter-Tochter-Geschichte ein langer Weg geworden, der ihre eigene Entwicklung beeinflusst und über viele Gespräche und Recherchen zu einem Buch geführt hat. „Mütter sind auch Menschen - Mütter und Töchter begegnen sich neu“ (ISBN 978-3-936937-55-8) ist auch ein Stück Aufarbeitung des eigenen Erlebens....
20. Januar, 19.30 Uhr, Europa-Park, Hotel Colosseo. Gut zweihundert „Töchter“, von denen viele auch Mütter sind und zwei Männer stellen sich diesem heißen Thema. Es geht um den „normalen“ Mutter-Tochter-Wahnsinn. Nicht um Mütter, die ihre Kinder misshandeln, missbrauchen oder missbrauchen lassen. Hier hilft nur professionelle Hilfe.
Claudia Haarmann legt los und ist mitten in der folgenreichsten Dynamik zwischen Mutter und Tochter: der Schuld. Da wird vieles hin- und her geschoben und besonders die Töchter sprechen es aus. Laut oder leise sagen sie: „Nie warst Du wirklich da. Du bist schuld, dass es mir so schlecht geht. Mit Papa ist sowieso alles viel schöner...“ Ob offen ausgesprochen oder nicht. Es passt wie der Deckel auf den Topf. Denn Mütter wissen oder ahnen, dass sie nicht alles richtig gemacht haben. Sie spüren, dass sie nicht das geben konnten, was sie eigentlich wollten. Irgendetwas gab es in ihrem Leben, das all das verhindert hat. Und die Tochter erwischt sie an der verwundbarsten Stelle. Mutter fühlt sich schuldig - manchmal ganz bewusst, manchmal unbewusst. Der Ist-Zustand, der Alltag zwischen erwachsenen Töchtern und Müttern: Missverständnisse und Streitereien, viel sagendes Augenverdrehen, ständiges Genörgel, Überaufmerksamkeit, Wut, Vorwürfe, keine Nähe oder davon zu viel... Die Mutter-Tochter-Beziehung ist selten gelassen und entspannt. Sie ist oft genug Kraft raubend und verzehrend und selten gleichberechtigt und akzeptierend. Kein Ausweg in Sicht?
Doch, meint Claudia Haarmann. „Unsere Mütter konnten und können uns nicht das geben, was wir als Töchter gebraucht hätten und heute noch brauchen. Wären sie dazu in der Lage, dann wäre es längst geschehen“, ist ihre Grundannahme. Hier helfen nur Verstehen, Verständnis und Frieden schließen. Jeder Schritt auf die Mutter zu ist ein Schritt in die persönliche Freiheit. Und immer, wenn Sie zweifeln, stellen Sie sich einfach in die Schuhe Ihrer Mutter. Was hat sie erlebt? Was hat sie als Kind erfahren und was hat sie unbewusst genau so weitergegeben, wie sie es erlebt hat? Das traurige Kind wird ein depressives und aus einem verängstigten Kind wird kein mutiger Erwachsener. Erlebnisse aus dem Krieg werden unbewusst an die nächste Generation weitergegeben. Denn jede Mutter ist auch Tochter - auch wenn sie in ihrem Leben vieles dazu gelernt hat.
Über zweihundert Menschen sind ganz still. Sie sind ausschließlich in ihrer Rolle als Tochter angesprochen und denken an die Erlebnisse der Mutter, ja sogar der Oma, denn die hat ja auch.....
„Suchen Sie sich Menschen, die Ihnen das geben, was Sie entbehrt haben“, sagt Claudia Haarmann am Schluss ihres Vortrags. Viele Fragen tauchen auf, die oft nur im persönlichen Gespräch beantwortet werden. „Die ganze Zeit ist ein innerer Film vor meinen Augen abgelaufen“, sagt eine Zuhörerin und spricht damit aus, was viele Frauen an diesem Abend erlebt haben. Keine Frage, hier ist eine neue Perspektive eröffnet worden. Genau das, was Marianne Mack, Initiation der Vortragsreihe im Europa-Park, die von „typisch frau“-Autorin Barbara Dickmann begleitet wird, erreichen will.

Ehrenamtliches Engagement
Die Einnahmen der Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ im Europa-Park, die Marianne Mack in 2005 ins Leben gerufen hat, gehen diesmal über den Förderverein Santa Isabel e.V. - Neue Perspektiven - (Bankverbindung Volksbank Lahr, Konto-Nr. 404802, BLZ 68290000) an Margot B. Die 19jährige liegt im Wachkoma und wird von ihrer Familie zu Hause gepflegt. Der Vater ist vor wenigen Monaten an Lungenkrebs gestorben. Er konnte sich nicht mehr von seiner Tochter verabschieden. Wie immer, arbeiten alle Beteiligten ehrenamtlich.

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