Vortragsreihe 2010

 

23.11.2010

1981 sitzt der Schauspieler Karlheinz Böhm auf dem TV-Sofa bei „Wetten dass...?“ Und vor einem Millionen- Publikum , das zu Hause vor den Fernsehern sitzt, spricht er eine Wette aus, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Karlheinz Böhm glaubt nicht daran, dass diese Millionen Menschen Millionen Euro zusammen bekommen, um Afrika zu helfen. Der Schauspieler verliert und in diesem Augenblick wird sein großes Hilfswerk geboren: Menschen für Menschen. Karlheinz Böhm hat die Aufgabe seines Lebens gefunden. Fast drei Jahrzehnte später wird er voller Dankbarkeit sagen, dass dies seine Berufung - seine Aufgabe, der Sinn seines Lebens sei. Glücklicher Mann! Doch was ist der Sinn des Lebens? Und wie findet man die ganz persönliche Aufgabe?

23. November, 19.30 Uhr , Europa-Park, Ballsaal Berlin. Jürgen Fliege, der wohl bekannteste evangelische Pfarrer Deutschlands stellt sich dieser Frage. „Wenn die Gabe zur Aufgabe wird“ lautet der Titel seines Vortrags im Rahmen von Marianne Macks ehrenamtlicher Vortragsreihe „Neue Perspektiven“. Und vor gut 700 Zuhörern legt er los.

„Es gibt Hilfe, um herauszubekommen, für was wir auf der Welt sind, wie wir die Lücke, die Gabe finden, die unsere Aufgabe wird und die einfach glücklich macht“, sagt der Autor etlicher Bücher und beginnt beim Anfang des Lebens. Denn schon der Vorname, den die Mutter für ihr Kind intuitiv wählt, zeigt uns die Richtung, denn darin steckt schon der Marschbefehl.“ Wie heißt du? Bedeutet einfach: Was ist deine Verheißung? Was ist deine Software?“ Jürgen Fliege hat jede Menge Beispiele auf Lager. Die Gesichter der Zuhörer sind ein einziges Fragezeichen? Und mindestens 500 von ihnen nehmen sich vor, gleich am Ende des Vortrags dem Referenten still und leise ihren Namen zu nennen.

Zweiter Maßstab: Lieben Sie, denn lieben ist einfach gut. Auch Sexualität ist etwas Schöpferisches. Werden Sie kreativ und nehmen Sie Ihr Schicksal an, dann wird das Leben liebevoller. Und Jürgen Fliege schaut auf das Ende des Lebens und berichtet über seine Erfahrungen im Hospiz. Über die Seufzer der Sterbenden, die sich oft genug gleichen: Sie alle klagen über verpasste Chancen, über fehlenden Mut und bereuen das zutiefst. „Warten Sie nicht so lange“, sagt der Pfarrer, „ reden Sie schon jetzt mit dem Tod und fragen Sie ihn, wenn Sie eine Entscheidung fällen müssen. Der Tod sagt immer: liebe, sei mutig. Der Tod sagt nie: warte ab, sei zögerlich!“ Der Tod ist kein Gegner des Lebens, er dient ihm.

Im Ballsaal Berlin könnte man eine Stecknadel fallen hören. Trotz ernstem Thema liefert Jürgen Fliege eine große Show. Er fesselt die Menschen.

Letzter Königsweg, um den Sinn des Lebens und das Glück zu finden: Legen Sie sich eine künstliche Krankheit zu. Fasten Sie, verzichten Sie auf Nahrung, auf Fernsehen auf Radio und suchen Sie die eigene Mitte. Oder machen Sie sich schutzlos indem Sie pilgern, mit ganz wenig Gepäck und umso mehr Vertrauen.....

Keine Frage, es ist nicht einfach, an dieses Gefühl zu kommen, das man Glück nennt, herauszufinden, für was das Schicksal jeden einzelnen von uns geboren hat. Auf jeden Fall braucht man Zeit, braucht man Ruhe um der Antwort auf die Spur zu kommen. Auch dieser Vortrag kann nur der Anfang einer Spurensuche sein, die etliche Zuhörer wohl überlegen, gemeinsam zu gehen. Denn der Saal wird nicht leerer, die Menschen sitzen in kleinen Gruppen beieinander und diskutieren. Im Foyer ist der Büchertisch umlagert, wird Jürgen Fliege förmlich bombardiert mit Fragen.

Karlheinz Böhm wurde 63 ehe er seine Lebensaufgabe und damit sein Glück fand – besser spät wie gar nicht, doch vielleicht kann man es ja auch früher schaffen.

Pfarrer Jürgen Fliege
"Wenn Deine Gabe zur Aufgabe wird"

 

14.10.2010

Keine Frage: Fast jeder würde gerne ein bisschen mehr Geld verdienen. Wir möchten alle Spülmaschinen, um nicht unser Leben in der Küche zu verbringen. Wir träumen von Haus und Garten, von schönen Stunden in einer Zweierbeziehung, einer harmonischen Elternbeziehung und und und.... Doch warum ist alles so schrecklich kompliziert? Denn verdienen Sie tatsächlich mehr Geld als andere, werden Sie oft misstrauisch beäugt von einigen Kollegen. Trotz Spülmaschine haben Sie nicht mehr Zeit zum faulenzen als vorher, Haus und Garten können zur Vollzeitbeschäftigung werden, die Ansprüche an die Beziehung werden immer höher und der obligatorische Anruf bei den Eltern lässt uns schon am Abend vorher keine Ruhe. 14. Oktober, 19.30 Uhr, Europa-Park, Hotel Colosseo, Raum La Scala. Über 550 Menschen suchen die Einfachheit und möchten einem Mann in die Augen schauen, der die Lösung aus der Kompliziertheit gefunden hat. Werner Tiki Küstenmacher, der Referent des Abends, ist evangelischer Pfarrer, Journalist, Karikaturist, Autor und Kolumnist, hat bisher über 50 Bücher veröffentlicht - wie viel er insgesamt geschrieben hat, weiß er nicht mehr. Sein Besteller simplify your life – einfacher und glücklicher leben (ISBN 978-3-426-78042-8), ist das heutige Thema.

Ein wunderbares Thema, denn vor meinem geistigen Auge steht eine Steuererklärung auf dem Bierdeckel, ein Abendessen, das in zehn Minuten fertig ist, ein ziemlich leerer Kleiderschrank (damit die neue Herbstgarderobe reinpasst), ein aufgeräumter Schreibtisch, lockere, unkomplizierte Familienbande , dazu noch fit, gesund, begeistert, entspannt, das Lebensziel klar vor Augen und mit reinem Gewissen auf dem Weg zum Schmetterling. Denn das ist das eigentliche Ziel. Nach einem Raupendasein , in dem wir lernen, aufnehmen und wachsen, indem wir zweifeln und stolpern und uns schließlich auf den mühsamen Weg hinaus aus dem engen Kokon machen, erwartet uns eine neue, strahlend schöne, aber nicht weniger anstrengende Phase im Leben: Wir werden aktiv statt passiv, schreiben das Drehbuch für unser eigenes Leben selbst und lassen nicht schreiben – wir glauben an uns und an unsere bisher unentdeckten Fähigkeiten. Kurz: Wir werden zum schönen, bunten Schmetterling. Soweit so gut! Werner Tiki Küstenmacher schwingt den Zeichenstift und raubt uns aller Illusionen. Denn der simplify-Weg (der Weg zum Schmetterling) wird von einem Wort beherrscht und das heißt: Aufräumen! Und dann gibt es noch ganz viele Wörter, die mit `ent´ beginnen: Ent- wirren Sie Ihren Arbeitsplatz, ent-stabeln Sie Ihr Büro, ent-machten Sie die Vergesslichkeit, ent-fernen Sie ihre Geldblockaden, ent-zaubern Sie das Thema Geld, ent-locken Sie Ihren Körper Glücksstoffe, ent-zerren Sie das Verhältnis von Beruf und Privatleben und und....so könnten wir jetzt ewig weitermachen. Gut 550 Menschen sind nicht ent- , sondern im höchsten Maße verzaubert. Denn der simplify-Weg lässt sich mit einer Pyramide vergleichen.

Der Weg zum einfachen, klaren Kern, dem Wesentlichen unseres Lebens, führt über acht Stufen, die die verschiedenen Lebensbereiche symbolisieren. Der Weg nach oben ist zugleich der Weg nach innen. Er gelingt, wenn Sie auf jeder Stufe mindestens einen Durchbruch erreichen. Da sind zum Beispiel unsere Sachen in Stufe eins, von denen wir zwischen 10.000 und 60.000 besitzen! Braucht und benutzt man das wirklich alles? In Stufe zwei geht es um das liebe Geld. In Stufe drei um unsere Zeit. Denn jeder Mensch hat ja eigentlich 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Die Frage ist nur, wie viel davon haben wir tatsächlich für uns. Stufe vier beschäftigt sich mit unserem Körper, Stufe fünf mit unseren lieben Mitmenschen und Stufe sechs mit unserem Intensivsozialpartner. Die Spitze der Stufenpyramide sind wir – ist unser ureigenes ich und die höchste die Spiritualität. Zugegeben, das klingt jetzt alles ziemlich kompliziert und doch lässt es sich bewältigen, wenn man einen Plan hat, klein anfängt und sein eigenes Unterbewusstsein überlistet. Denn jede simplify-Idee basiert auf einem einfachen Prinzip: Weniger ist mehr, statt Verdoppeln – Entdoppeln, statt Gerümpel – Entrümpeln, statt Verspannung – Entspannung, statt Beschleunigung – Entschleunigung. Begeisteter Applaus am Ende des Vortrags, der im Rahmen von Marianne Macks ehrenamtlicher Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ stattgefunden hat. Wieder ein hochkarätiger Referent, der ihr soziales Engagement unterstützt und sein Wissen ohne Honorar gerne zur Verfügung gestellt hat.

Werner Tiki Küstenmacher

 

Hautnah im Rahmen von Marianne Macks Vortragsreihe:
Prof. Hademar Bankhofer und die sieben „L“ für ein gutes Leben

14.09.2010

Dass Österreicher charmanter sind als Deutsche ist ein gängiges Vorurteil. Doch wenn Sie Professor Hademar Bankhofer, international anerkannter Medizinjournalist, geboren in Klosterneuburg (Niederösterreich) life erleben, muss man einfach feststellen, dass zumindest dieses Vorurteil kein Vorurteil, sonder die pure Wahrheit ist.

14. September, 19.30 Uhr im Europa-Park, Hotel Colosseo, Raum Convento. Der 31. Vortrag im Rahmen von Marianna Macks ehrenamtlicher Vortragsreihe „Neue Perspektiven“, die von `typisch frau`-Autorin Barbara Dickmann begleitet wird, steht an. Es wird ein Besucher-Rekord. Fast 600 Menschen sind gekommen, um etwas über die „sieben L“ zu erfahren, über sieben Aktivitäten, die helfen, gesund, vital und glücklich durch das Leben zu gehen. „Das ist gar nicht so schwer “, sagt Hademar Bankhofer und beginnt gleich mit dem ersten „L“, das für „Lernen“ steht. Denn alles fängt im Kopf an. Egal ob Sie abnehmen, oder mit dem Rauchen aufhören wollen. Das Gehirn ist ein Muskel! Trainieren Sie ihn und Sie bleiben geistig fit. Hier einige Tipps um Ihre grauen Zellen auf Trab zu bringen: Ein Gedicht auswendig lernen, den Taschenrechner wegwerfen, Fremdsprache lernen, endlich mal alle Funktionen des Handys herausfinden, drei bis vier Wallnüsse pro Tag, viel Naturjogurt, Lachs, Hering, Tunfisch, Makrelen, Birnen essen. „Wir nutzen nur 20 Prozent unseres Gehirns, „ manche auch viel, viel weniger“, meint der Medizinjournalist.

Das zweite „L“ steht für Laufen – für Bewegung. Sport ist ganz besonders wichtig für Menschen, die abnehmen möchten. „Treiben Sie Sport, aber gesund. Bauen Sie Bewegung in Ihrem Tagesablauf ein. Sorgen Sie für ausreichenden Schlaf und falls Sie Kniebeschwerden bekommen – einfach Hagebuttentee trinken.

Beim dritten „L“ schaut Hademar Bankhofer ganz besonders auf uns Frauen – und die schauen gerne zurück, denn der Referent liebt Farben und ist ein erfreulicher Anblick. Kein dunkler Zwirn, dafür ein ziemlich blaues Jackett, der obligatorische Schal, die grauen Haare nicht zu kurz und nicht zu lang, immer lächelnd und einen lockeren Spruch auf den Lippen. Und bei besagtem dritten „L“ redet er vom „Loslassen “, eine Kunst, die Frauen überhaupt nicht beherrschen. Familie, Haushalt, Beruf, einfach keine Zeit für ureigene Bedürfnisse – keine Zeit um neue Kraft zu schöpfen. „Steuern Sie dagegen. Seien Sie mutig und schreiben folgendes in Ihren Kalender: Freitag von 15 – 19 Uhr faulenzen! Oder: schöne Musik hören, oder: in den Wald gehen, oder, oder oder.....“ Lieber Hademar Bankhofer, das klingt so einfach, warum schaffen wir das einfach nicht?

Und schon sind wir bei „Lebenskraft“. Tanken Sie Lebenskraft indem Sie Ihr Immunsystem stärken. Hier einige Tipps: Klopfen Sie mit der Faust auf die Brust, denn das aktiviert die Thymusdrüse. Essen Sie selbstgemachte Hühnersuppe, Fisch, Haferflocken. Pflegen Sie Ihren Darm. Er freut sich über Sauerkraut und Naturjogurt. Zwei Glas Milch geben genügend Kalzium und sorgen Sie für Wärme. Auch Sex hat was mit Immunaufbau zu tun, denn „ein küssendes Paar wird nicht krank.“ Womit wir schon beim fünften „L“ wären und das steht für Liebe und Zuneigung. Gehen Sie liebevoll miteinander um. Oft reicht ein kleiner Zettel; „ Danke, dass Du gestern da warst! Kleiner Tipp für den Geburtstagstisch: Schenken Sie Ihren Mitmenschen einmal Zeit, sie werden sich freuen!“.

Wer sich im Augenblick freut ist offensichtlich. Die Zuhörer sind einfach begeistert. Lernen kleine Übungen die großes bewirken und versuchen, sich zumindest die letzten zehn Witze zu merken, die Hademar Bankhofer einfach gut rüberbringen kann. Was jetzt kommt ist klar. Das sechste „L“ steht für Lebensmittel. Oder besser gesagt: für die richtigen Lebensmittel. Wir versuchen es mit wenigen Sätzen, was eigentlich eine ganze Zeitung füllen müsste. Also: Essen Sie vollwertig und frisches Obst und Gemüse aus der Region. Trinken Sie schon Wasser bevor Sie durstig werden. Dunkle Weintrauben sind das reinste Anti-Aging-Produkt. Probieren Sie mal Schaf- oder Ziegenmilch, ganz besonders in den Wechseljahren. Essen Sie nicht zu üppig, zu salzig zu fettig, zu heiß, zu kalt. Und schon kommt das siebte „L“, das Synonym für Lachen. Keine Frage, hier ist das Soll mindestens für eine Woche voll erfüllt. Ein Kind lacht 100mal am Tag. Und wir? „Lachen Sie einmal am Tag aus vollem Herzen“, lacht unser Referent und das ist doch wirklich eine gute Idee. Es bessert die Laune, hilft gegen griesgrämige Falten und kostet überhaupt nichts.

Auch nach dem siebten „L“ haben fast 600 Menschen keine Lust nach Hause zu gehen. Was alle noch an diesem Abend bewegt, ist die Tatsache, dass mit den Einnahmen eine kleine Familie unterstützt wird, deren fast 15jähriger Sohn an einem seltenen Chromsomendefekt leidet, autistische Züge und dazu noch eine Autoimmunkrankheit hat. Für die Mutter ein 24-Stunden-Job. Und für die 13jährige , gesunde Schwester bedeutet es oft genug, einfach hinten dan zu stehen.

 

Ab morgen trage ich rot – Frauen entdecken ihre Freiheit –
Linda Jarosch begeisterte 420 Besucher im Rahmen

von Marianne Macks Vortragsreihe

10.06.2010

In China ist rot die Farbe von Glück und Reichtum. In Russland steht sie für die Begriffe wertvoll und teuer. In Japan ist rot die Farbe der Frauen. In Afrika die Farbe des Lebens. Und in Deutschland ist rot die Farbe des Feuers, der Liebe. Rot steht für Mut, Kraft und Energie und rot steht für Linda Jarosch, selbständige Bildungsreferentin, Buchautorin und leibliche Schwester von Pater Dr. theol. Anselm Grün, dem berühmten spirituellen Berater und geistlichen Begleiter.

7. Juni, 19.30 Uhr, Raum „Convento“, Hotel Santa Isabel im Europa-Park: Über 420 Menschen sind gekommen, um von den Erfahrungen einer Frau zu profitieren, die den ziemlich steinigen Weg zum „rot“ geschafft hat. Der Titel ihres Vortrags: „Ab morgen trage ich rot – Frauen entdecken ihre Freiheit.“ Die Initiatorin: Marianne Mack, im Rahmen ihrer erfolgreichen Vortragsreihe „Neue Perspektiven“.

Linda Jarosch legt los: „Mein Weg führte nicht ins Kloster“, sagt sie. Ganz im Gegenteil. Sie heiratet, wird Mutter dreier Kinder und lebt die berühmten drei K`s – Kinder, Kirche, Küche, eine Rolle, die sie viele Jahre lang ausfüllt. Doch als die Kinder erwachsen sind, stehen auf einmal zwei große Fragen im Raum: Und jetzt? Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Ist das die typische Midlife Crisis, die Leere, die frau empfindet, wenn die Küken flügge werden? Linda Jarosch nimmt sich eine Auszeit. Sie denkt nach! Über ihre Fähigkeiten, über ihre Ziele, über das Leben, ihre Wünsche, über ihren eigenen Wert und über Verletzungen, die sie erlitten hat. Das Ergebnis: Ab morgen trage ich rot - und das in vielfältiger Bedeutung. Denn rot steht nicht nur für Leidenschaft, Dynamik oder Sexualität, rot ist auch die Farbe der Warnung vor Gefahren. Sie bedeutet: Stopp, bis hier hin und nicht weiter. Keiner hat das Recht mich zu verletzten! Ich erwarte Wertschätzung, denn ich bin wertvoll so wie ich bin! Und Linda Jarosch wird zur Partnerin, die Farbe bekennt. „Stellen Sie sich eine rote Ampel vor“, rät die Bildungsreferentin, „und handeln sie immer dann, wenn ihr Gefühl es ihnen sagt.“

Im Saal ist es ganz still. Viele junge Frauen sind im Publikum, ja sogar einige mutige Männer haben sich getraut. Sie schauen etwas bedenklich auf ihre Partnerinnen – wer weiß, was da jetzt auf sie zukommt. Doch Linda Jarosch sieht das ganz anders. „Auch wenn es am Anfang nicht so aussieht, Männer wollen gleichberechtigte Frauen, wollen selbstbewusste Partnerinnen. Ihre Beziehung wird sich verändern, doch sie wird spannender und besser werden.“

Keine Frage: Die rote Ampel werden etliche Zuhörer nicht so schnell vergessen. Und noch ein Bild wird in Erinnerung bleiben: das rote Zelt! Eine Einrichtung, die wir alle brauchen. Denn in manchen Kulturen, etwa im Vorderen Orient, ist es üblich, dass sich ihre Frauen von Zeit zu Zeit in ein besonderes Zelt zurückziehen um neue Kräfte zu sammeln. „Suchen Sie sich ihr rotes Zelt im Alltag – wir Frauen brauchen das“, sagt Linda Jarosch.

Der Vortrag ist vorbei, doch nicht der Abend. Viele Fragen und etliche Anregungen. „Rote Zelte“ – das Symbol für eine kleine oder große Auszeit – gibt es überall: Beim Bügeln, beim Kirschen pflücken, laufen, lesen, dieser Vortrag... einfach alles, was hilft, unsere innere Mitte zu finden. Mitten im Abschiedstrubel wird Marianne Mack von einer Frau umarmt. Mit Tränen in den Augen bedankt sie sich für die Hilfe, die sie und ihre Familie erfahren hat.

 

Talkrunde im Rahmen von „Neue Perspektiven“:
Anita und Alexandra Hofmann – zwei die auf dem Teppich bleiben

23.04.2010

15. April, 19.30 Uhr , Europa-Park, Hotel Santa Isabel , Raum Convento. Marianne Mack hat zu einer musikalischen Talkrunde eingeladen. Im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Neue Perspektiven“ werden Anita und Alexandra Hofmann „die Geschwister Hofmann“ über ihr Leben als Künstler, als Geschwister, als Mutter und als chronisch Kranke berichten. Und natürlich werden sie auch singen. Mit dabei Barbara Dickmann, Journalistin und Autorin einer Frauenseite, die jetzt am liebsten in ein Mauseloch kriechen würde.

Vier Sessel, ein kleiner Tisch, Mineralwasser – alles ist da. Keine Frage, es geht los. Dann kommt Applaus vom Feinsten und freundliche, aufmunternde Blicke aus über 200 Augenpaaren geben uns das Gefühl, unter Freunden zu sein. Marianne Mack lächelt und freut sich über so viel Anerkennung ihres ehrenamtlichen Engagements. Die Stars des Abends kommen, oder besser gesagt sie schweben auf die Bühne. Tanzend und singend und voll in ihrem Element. Das Outfit: Anita in weißer Hose und zartem Oberteil und Alexandra im kurzen Kleid, das viel Bein zeigt.

Doch jetzt möchten Sie sicher erfahren, was wir so alles besprochen haben. Hier das Wichtigste: Also, Anita ist 11 und Alexandra 14, als sie zum ersten Mal mit einem Zwei-Stunden-Programm auf der Bühne stehen. Das ist der Startschuss für eine Bilderbuchkarriere. Eine „andere“ Kindheit und eine Pubertät, die keine Probleme machen darf, denn 1990 erscheint die erste CD, der erste Fernsehauftritt und so weiter. Heute ist Alexandra mit 36 Jahren Mutter von Daniel (knapp drei) und David (vier Monate) und gefragte Künstlerin. Wie schafft sie das? Wer passt auf die Kinder auf? Und wer kümmert sich um eure Finanzen, um die Klamotten, wer kocht, wer putzt, wer räumt auf? Viele Fragen, eine Antwort: „Unsere Mutter, unsere Mutter, unsere Mutter!“ Eine richtige schwäbische Hausfrau. Eine Super-Mama, die alles für ihre Leute macht, die ihre Familie im Griff, aber auch ein bisschen unter Kontrolle hat.

Man merkt es sehr schnell: Alexandra ist die Powerfrau schlechthin, die dominierende, oder besser gesagt: die Chefin, der Mittelpunkt der Familie, ein ziemlich chaotisches Temperamentsbündel mit dem Mundwerk für zwei. Anita ist logischerweise die etwas stillere, die gerade lernt, Alexandra auch mal zu unterbrechen. Und das macht sie heute Abend ziemlich oft. Doch sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, ist immer gut gelaunt und hat schon etliche Hürden genommen. Ihr größter Fehler: Sie spielt leidenschaftlich gern Trompete - und das nicht immer zur Freude der Familie. Und sie sind Schwestern, die keine heile Welt vorspielen. Sie zanken sich, sie schreien und vertragen sich. „Wir sind einfach gute Freundinnen!“ Und sie haben eine Streitkultur entwickelt, die familienübergreifend wirkt. Denn nach wie vor hockt die ganze Hofmann-Sippe zusammen. Drei Generationen und die Lebenspartner von Anita und Alexandra unter einem Dach. Eine verschworene Gemeinschaft, bei der manchmal die Post abgeht.

Anita und Alexandra haben Fotos mitgebracht. Von ihrer Familie, der Vielfältigkeit ihres Könnens und von Anita – in einer Zeit, in der sie alles andere als attraktiv war. Anita leidet unter Neurodermitis, eine schubweise auftretende chronische Entzündungsreaktion der Haut. Typische Symptome: starker Juckreiz, schuppige und trockene Haut und manchmal auch nässende Ekzeme. Anita erwischt es voll, doch sie macht einfach weiter. Sie geht auf die Bühne mit aufgequollenem Gesicht und einer Haut, die unbeschreiblich ist. Acht Jahre lang kämpft sie, nimmt die Krankheit an, als etwas, das sie weiterbringt, macht eine Therapie nach der anderen, will weg von den Medikamenten, kümmert sich um ihre Psyche und pflegt ihre Seele. Dann hat sie es geschafft. „Die Fans waren einfach wunderbar“, sagt sie, „sie haben mich einfach so akzeptiert, wie ich bin und haben mir viele Tipps gegeben“.

„Was wünscht Ihr euch für die Zukunft?“ - das ist die letzte Frage. Beide schauen sich an: „Wir wollen noch so lange wie möglich auf der Bühne stehen und hoffen, dass es uns als Familie einfach gut geht.“ Das Publikum klatscht und klatscht. Standing Ovations! Und das mehr als verdient. Denn Anita und Alexandra sind einfach sympathisch, nehmen kein Blatt vor dem Mund, sind auf dem Teppich geblieben und haben ein Repertoire, das sogar meine 68er-Generation staunen lässt.

 

Nimm Dich nicht so wichtig – lächele einfach:
Humor, die längst vergessene Medizin – Beatrix Böni zu Gast bei Marianne Mack

09.03.2010

Es geht um den Humor. Nicht um billige Stammtisch-Witze, um niederträchtige Bemerkungen oder das Lachen auf dem Rücken der Schwachen und Hilflosen. Es geht vielmehr um dieses wundervolle Instrument, das uns hilft, fröhlich, frei und hoffnungsvoll durch das Leben zu gehen. Keine Frage, den Humor zu erforschen kann eine ernste Sache sein – muss aber nicht!

4. März, 19.30 Uhr Hotel „Santa Isabel“ im Europa-Park. Beatrix Böni lacht aus vollem Herzen, mit dem ganzen Körper, mit strahlenden Augen und ausgebreiteten Armen, die die ganze Welt umfassen möchten. Knapp 330 Menschen strahlen zurück. Das kann ja heiter werden! Und damit es wirklich heiter wird und Sie einen gelassenen Humor entwickeln, hier die wichtigsten Regeln aus einem über zweistündigen Vortrag: Finden Sie zu sich selbst. „Der Mensch braucht eine angemessene Portion gelassener Selbstkritik und fundierten Selbstwert. Übe das“, sagt die ausgebildete Theologin, „und liebe Dich selbst, denn Du bist überall dabei und kannst Dich schlecht irgendwo liegen lassen“. Das „Du“, diese vertrauliche Anrede, hat sie sich für diesen Abend erbeten, also wundern Sie sich nicht!

Humor ist eine frohe Sache, man sollte sie nicht zu ernst nehmen. Humor wird im Bauch geboren, erzeugt ein Schmunzeln, ein entspanntes Lächeln, das von Herzen kommt. Doch merke: Nicht jeder der lacht, hat Humor.

„Humor, die längst vergessene Medizin“, nennt Beatrix Böni, eine echte Schweizerin, die eine individual-psychologische Ausbildung absolviert hat, ihren Vortrag. Und das meint sie wörtlich, denn für sie gibt es nur zwei Sorten von Medikamenten, doch von diesen dafür ganz viel. Die eine Sorte nimmt man vorbeugend und die andere, wenn die Krankheit da ist. Doch Humor wirkt immer. „Wenn Du eine gute Zeit hast, übe Humor, dann kannst Du es, wenn die Krise kommt. Doch steckst Du mittendrin, dann übe in ganz winzigen Schritten, damit Du darüber hinwegkommst“. Humor ist eine Seelenhaltung, er überwindet jede Distanz. Und Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Beatrix Böni erzählt viele Geschichten an diesem Abend, die natürlich alle witzig sind, doch der Hintergrund ist ziemlich ernst. Da sagt ein Schutzengel zum Papst: „Nimm dich nicht so wichtig, Giovanni!“ Eine Frage: In welchen Alltagssituationen nehmen wir uns und andere zu ernst? Was für Kleinigkeiten sind es, die uns immer wieder nerven? Und wo wäre stattdessen ein kleines Lächeln angebracht? Kleiner Test: Hast Du genug zu essen? Hast Du genug Klamotten, um im Winter nicht zu frieren? Hast Du irgendein Dach über dem Kopf? Kannst Du Dich irgendwie von A nach B bewegen? Alle im Saal beantworten diese Fragen mit „Ja“ und gehören damit zu den fünfzehn Prozent der reichsten Menschen auf der ganzen Welt. „Warum gibt es dann ausgerechnet bei uns so viel Depression und Resignation?“, fragt die Humorexpertin und hat die Antwort schon parat. Wenn wir seufzen, dann vor der Qual der Wahl. 45 Sorten Jogurt, doch wenn die Lieblingssorte fehlt, geht gleich die Welt unter. Außerdem sind wir nicht schön genug, viel zu ungebildet, haben Krampfadern und lechzen förmlich nach Anerkennung. Gott sei Dank gibt es Schönheitschirurgen und die Mode. Was zieht frau an? Wird manchmal zur alles entscheidende Frage. Doch Du bist ein Original, sei stolz darauf und lächele.

Humor ist auch eine Erscheinungsform der Religion, denn nur der, der über den Dingen steht, kann sie belächeln. Humor ist der kleine Cousin von Gottvertrauen und er tröstet den Menschen über das hinweg, was er wirklich ist. Perfektionismus ist sein Feind, doch das Sammeln schlechter Nachrichten, die Unzufriedenheit mit sich selbst und der Größenwahn vertreiben ihn total. Mit einem Wort: Lebe einfach und lächele, sorgen kannst Du Dich ja später.

Zugegeben, das klingt jetzt alles gar nicht witzig, doch was an diesem Abend gelacht wurde, kann man einfach nicht rüberbringen. Beatrix Bönis Schauspielausbildung hat sich gelohnt, der Applaus nimmt kein Ende und über 300 Menschen gehen beglückt nach Hause, in der Hand eine rote Clown-Nase, ein Geschenk von Marianne Mack. Und diesen Trick kann man auch zu Hause anwenden. Einfach eine rote Clown-Nase kaufen und immer wenn die Stimmung kippt, anschauen, aufsetzen und lachen.

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